Das Schleißen von Federn


Schleißen, auch schleissen bedeutet das Entkielen von Geflügelfedern und war früher die Beschäftigung der Landbevölkerung an den langen Winterabenden.
Beim Schleißen werden die sogenannten Fahnen, die beiderseits des Kiels der Feder sitzen, mit einem Zug von oben nach unten abgerissen.
Diese abgerissenen (geschlißenen) Feder-Fahnen werden durch eine dünne Haut, die beim perfekten Schleißen mit der Fahne abgeht und an einem Stück bleibt, zusammen gehalten. Leider fehlt den so entstandenen "Kunst-Daunen" der stabilisierende Kiel, wodurch der »Schleiß« kaum Bauschkraft besitzt.

Früher hat man jeden Rostoff irgendwie verwendet worauf das Schleißen vermutlich zurückzuführen ist. Oft haftete an den gerupften Federn Fleisch- oder Hautteile, was später zu Geruchsbelästigungen führen konnte und der Nährboden für Ungeziefer war. Dieses Problem war mit dem Schleißen aus der Welt geschaffen.

Ein weiterer Grund war sicher der, daß die Inletts damals nicht federndicht (siehe Bettwachs) gewoben waren und grobe Federkiele leicht durch den Bettschlauch stechen konnten. Zudem ist es keine, den Schlaf fördernde Freude, auf harten, spitzen Federkielen zu ruhen.
Das Schleißen ist eine sehr anstrengende, mühselige Arbeit und wird heute nicht mehr praktiziert.

Schleissmaschine, Schleißmaschine

Die ehemalige Firma Lorch (Esslingen) hatte eine Federn-Schleiß- und Kräuselmaschine entwickelt (Bild).

Laut Firmenangabe war diese Maschine dazu geeignet Hühnerfedern zur Gewinnung von Kunstdaunen zu zerreißen und diese auch zu kräuseln.

Außerdem diente die Maschine zum Zerkleinern von Langfedern und Abfallfedern.

Abfall- und Altfedern werden heute zu Dünger verarbeitet.

Zurück zur Übersicht